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Erfolgreiche Führung durch Motivation: Praktische Führungs-Tipps aus dem Steinbeis MBA


Ein exklusives Whitepaper mit praktischen Checklisten von Michael Lorenz – Dozent Leadership, Steinbeis-SMI.


Vorwort

"Nutze die Talente, die du hast. Die Wälder wären sehr still, wenn nur die begabtesten Vögel sängen."
Henry van Dyke



Das Thema Motivation gewinnt im heutigen Führungsalltag immer mehr an Bedeutung. Nur durch die richtige Motivation können Sie das volle Potenzial Ihrer Mitarbeiter ausschöpfen und gemeinsam dazu beitragen, den Erfolg Ihres Unternehmens weiter auszubauen. In diesem Heft erfahren Sie, wie Sie unterschiedliche Mitarbeiter bestmöglich motivieren und welche konkreten Methoden Sie dafür einsetzen können.

Michael Lorenz                       Dr. Saskia Lucht

Gummersbach, im Oktober 2015



Erfolgreiche und nachhaltige Motivation Ihrer Mitarbeiter

Führen Sie sich bitte vor Augen, dass die Dinge, für die wir uns engagieren, eine individuelle Bedeutung für uns haben und wir unsere persönlichen Bedürfnisse befriedigen müssen. Es ist also unter anderem auch der Grad der Bedürfnisbefriedigung, den wir mit einer Aufgabe erreichen, der mit darüber entscheidet, wie ausdauernd und energisch wir uns bei der Zielverfolgung verhalten. Je stärker wir darauf hoffen dürfen, dass mit einer Tätigkeit unsere Bedürfnisse befriedigt werden, desto wichtiger ist es uns, dieses Ziel auch weiterhin zu verfolgen. Versuchen wir, diesen Gedanken auf die Motivation Ihrer Mitarbeiter zu übertragen.
Damit Ihnen dies gelingt, stellen wir Ihnen im Folgenden ein einfaches, robustes und praktikables Modell vor, das hilfreich dabei ist, die unterschiedlichen Motivationen der eigenen Mitarbeiter zu erkennen und zu verstehen. Dieses Modell baut auf den Annahmen von McClelland auf, der davon ausging, dass die Motivation eines Menschen aus drei dominierenden Bedürfnissen resultiert (McClelland et al., 1953).
Diese drei zentralen Bedürfnisse spielen nach unserer Erfahrung auch im beruflichen Alltag eine zentrale Rolle: Anschluss, Leistung und Macht.

Ein Anschlussmotiv bedeutet, dass Mitarbeiter gerne die Aufgaben übernehmen, bei denen sie mit anderen zusammen arbeiten können und hierdurch Anschluss an das Team finden. Diese Mitarbeiter verhalten sich oft integrativ, indem sie andere miteinbeziehen und Rücksicht auf ihre Teammitglieder nehmen. Sie sind oft sozial sehr kompetent und vermeiden es, durch ihr Verhalten andere zu verärgern.
Ein Leistungsmotiv dagegen bedeutet, dass Mitarbeiter an der Aufgabe an sich Gefallen finden und insbesondere an dem Ergebnis der Aufgabe interessiert sind. Ob sie dies nun alleine tun oder in Gesellschaft, ist in erster Linie gleich. Die Motivation kommt hier aus der inneren erlebten Befriedigung über die erbrachte Leistung.
Ein Machtmotiv bedeutet, dass Mitarbeiter gerne, z. B. in einem Projekt, Entscheidungen treffen. Diese Entscheidungen können entweder für sie selber oder aber auch für andere getroffen werden. Es geht wortwörtlich darum, Macht zu haben, Verantwortung zu über-nehmen, zu gestalten und zu bewegen. Dieses Motiv ist häufig in den Reihen von Führungskräften anzutreffen.

Woran können Sie erkennen, ob Ihre Mitarbeiter anschluss-, leistungs- oder machtmotiviert sind?
Das möchten wir Ihnen gerne im Folgenden erklären. Hierfür eignen sich einfache Checklisten, anhand derer Sie durch verschiedene Fragen herausfinden können, welche Motivationsneigung Ihr Mitarbeiter hat. Um die Fragen zu beantworten, stellen Sie sich dabei ganz konkret einen Ihrer Mitarbeiter vor. Gibt es beispielsweise eine Mitarbeiterin, die Ihnen schon einmal dadurch aufgefallen ist, dass sie sich den anderen gegenüber besonders fürsorglich und verständnisvoll benimmt? Ist diese Mitarbeiterin beispielsweise immer gleich zur Stelle, um den anderen zu helfen? Versuchen Sie die folgende Tabelle für genau diese Mitarbeiterin zu beantworten und am Ende werden Sie feststellen, ob die Form der Anschlussmotivation auf Ihre Mitarbeiterin zutrifft.

Woran erkennen Sie, ob Ihre Mitarbeiter anschlussmotiviert sind?

Checkliste: Ist Ihre Mitarbeiterin anschlussmotiviert?


Beantworten Sei die folgenden Fragen mit Ja oder Nein hinsichtlich des Verhaltens des Mitarbeiters:


Sie bezieht andere ein.       
Sie kümmert sich um andere.       
Sie übernimmt zwischenmenschliche Organisationsaufgaben (z. B. Planung der nächsten Weihnachtsfeier).       
Sie beklagt sich gelegentlich darüber, immer für alle da sein zu müssen.        
Sie engagiert sich für andere.       
Sie kommuniziert offen.       
Sie verpflichtet sich zwischenmenschlich.       
Sie ist empathisch und uneigennützig.       
Sie ist sicherheitsbedürftig.       
Sie agiert hilfsbereit und unterstützend.       
Sie ist sensibel.       
Sie ist harmoniebedürftig.       
Sie arbeitet gerne im Team.       
Sie besitzt ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsgefühl.       
Sie freut sich über persönliche Ansprache.       
Sie benötigt nach Konflikten eine Aussprache.   

Vielleicht haben Sie jetzt festgestellt, dass die Mehrzahl der Verhaltensaussagen auf Ihre Mitarbeiterin zutrifft. Das bedeutet schlichtweg, dass für diese konkrete Mitarbeiterin eine zentrale motivierende Kraft besteht: Dies ist der Kontakt zu den Kollegen und Kolleginnen. Die anschlussmotivierte Grundorientierung, die Sie bei Ihrer Mitarbeiterin festgestellt haben, können Sie sich mit dem folgenden Satz gut zusammenfassen und merken:


Das Motto der Anschlussmotivierten

“Es ist nicht so wichtig, was wir hier wie tun. Hauptsache, wir tun es gemeinsam.“

Welche Maßnahmen können Sie konkret ergreifen, um anschlussmotivierte Mitarbeiter zu motivieren?

Denken Sie noch einmal an die Checkliste, die Sie oben ausgefüllt haben. Dort konnten Sie sich bereits einige Eigenschaften und Verhaltensweisen einer anschlussmotivierten Mitarbeiterin vor Augen führen. Der nächste Schritt besteht darin, dass Sie sich mit den Ergebnissen der Checkliste auseinander setzen und somit eine konkrete To-Do-Liste mit Handlungsempfehlungen zum zukünftigen Umgang mit anschlussmotivierten Mitarbeitern erstellen.

Checkliste: Was können Sie tun, um anschlussorientierte Mitarbeiter optimal zu motivieren?

Was können Sie tun? Tun Sie es bereits? Beantworten Sei diese folgenden Frage hinsichtlich der folgenden Aussagen mit Ja oder Nein:

Integrieren Sie sie/ihn in ein Team.       
Lassen Sie sie/ihn häufig mit anderen zusammenarbeiten.       
Übertragen Sie ihr/ihm integrative Aufgaben.       
Übertragen Sie ihr/ihm kommunikative Aufgaben.       
Geben Sie ihr/ihm viel Anerkennung.       
Bieten Sie ein gutes (harmonisches) Arbeitsklima.       
Übertragen Sie ihr/ihm die Verantwortung für gemeinsame Aktivitäten.       
Übertragen Sie ihr/ihm soziale Verantwortung in der Abteilung.        
Übertragen Sie ihr/ihm Mentoren-, Ausbildungs- und Betreuungsaufgaben. 


Auf welche Punkte sollten Sie bei der Führung anschlussmotivierter Mitarbeiter achten?

Wie Sie sich sicher bereits denken, bedeutet eine Anschlussmotivierung, dass diese Mitarbeiter oft den persönlichen Kontakt suchen werden. Für Sie als Führungskraft heißt das, viel Zeit investieren, um das vorherrschende Bedürfnis nach persönlichem Kontakt zu befriedigen. Des Weiteren sollten Sie wissen, dass diese Mitarbeiter sich stark an Ihrem Verhalten als Führungskraft orientieren. Sie sind (und müssen das auch sein) das Vorbild für Faktoren wie Authen¬tizität und Gerechtigkeit. Ihre anschlussmotivierten Mitarbeiter möch-ten sich auf Spielregeln, Regularien der Organisation und des gemeinschaftlichen Zusammenlebens verlassen können. Nutzen Sie die Kontaktfreude dieser Mitarbeiter und übertragen Sie ihnen eine lehrende Funktion (Ausbilder, Einarbeitung neuer Mitarbeiter, usw.). Für das Gemeinschaftsverständnis und -empfinden Ihrer anschlussmotivierten Mitarbeiter sind betriebliche Feiern von hoher Wichtigkeit. Organisieren Sie regelmäßige Feste, Teamevents oder andere Anlässe bei denen Ihre anschlussmotivierten Mitarbeiter zusammen kommen können und ihr vorherrschendes Bedürfnis befriedigen können.
Die folgende Checkliste fasst für Sie alle wichtigen Punkte, die bei der Führung von anschlussmotivierten Mitarbeitern beachtet werden müssen, noch einmal kurz zusammen.

Checkliste: Was Sie bei der Führung anschlussorientierter Mitarbeiter beachten sollten

Führungsmittel
1.    Zeit einräumen
2.    Ansprache, Aussprache
3.    Austausch und Meetings (regelmäßig und vorhersehbar)
4.    Führungsverhalten: Authentizität, Gerechtigkeit, Vorbildwirkung
5.    Spielregeln und verlässliche Regeln für die Organisation des Zusammenlebens
6.    Funktionen in der und für die Gruppe übertragen
7.    Aufgabe als Coach, Mentor oder Ausbilder geben
8.    Verantwortung für die Einarbeitung neuer Mitarbeiter übertragen
9.    außerordentliche Treffen ermöglichen
10.  betriebliche Feiern veranstalten

Neben der Anschlussorientierung gibt es zwei weitere zentrale Motivationsformen, die Mitarbeiter antreiben können. Eine davon ist die Leistungsmotivation. Diese beschreiben wir im folgenden Abschnitt.

Woran erkennen Sie, ob Ihre Mitarbeiter leistungsmotiviert sind?

Auch hier ist es wieder hilfreich, wenn Sie sich Ihre verschiedenen Mitarbeitertypen vor Augen führen und sich überlegen, wer hiervon bereits öfters durch einen ausgeprägten Ehrgeiz und seine Freude am Wettbewerb aufgefallen ist. Beantworten Sie sich auch die Fragen in der folgenden Checkliste, indem Sie sich diesen Mitarbeitertyp vorstellen.



Checkliste: Ist Ihr Mitarbeiter leistungsmotiviert?

Beantworten Sie die folgenden Fragen hinsichtlich des Verhaltens mit Ja oder nein.

Sie/Er zeigt Freude an der eigenen Leistung.       
Sie/Er möchte die eigene Leistung ständig optimieren.       
Sie/Er misst sich gerne mit anderen.       
Sie/Er möchte die Leistung des Unternehmens steigern.       
Sie/Er plant ihre/seine Vorgehensweise.       
Sie/Er legt großen Wert auf Qualität.       
Sie/Er lässt sich gerne herausfordern.       
Sie/Er ist zielorientiert.       
Sie/Er hat Spaß daran, etwas zu entwickeln.       
Sie/Er vertieft sich in Konzeptionsaufgaben.       
Sie/Er braucht Raum, um sich zu entfalten.       
Sie/Er ist sehr konzentrationsfähig.       
Sie/Er ist detailorientiert.       
Sie/Er möchte mit der eigenen Leistung zufrieden sein können (ist es aber im Normalfall nicht).       
Sie/Er übernimmt Verantwortung für die eigene Leistung.       
Sie/Er freut sich über gute Ergebnisse.     

Man kann auch für diese Mitarbeitertypen eine zentrale, motivierende Kraft beschreiben. Es ist der Wille, etwas Eigenes zu schaffen. Diese leistungsmotivierte Grundorientierung können Sie sich mit dem folgenden Satz gut zusammenfassen und merken:

 Das Motto der Leistungsmotivierten

“Ich will etwas besonders Gutes schaffen, bauen oder gestalten.“

Was können Sie tun, um leistungsorientierte Mitarbeiter zu motivieren?

Bei der Checkliste, die Sie oben ausgefüllt haben, sind Ihnen sicherlich einige Verhaltensweisen des Mitarbeiters im Gedächtnis geblieben, die diesem Mitarbeiter besondere Freude bereiten. Aus diesen Verhaltensweisen können Sie für sich einige To-Dos ableiten, um diesen Mitarbeiter-Motivationstyp durch bestimmte Handlungen Ihrerseits zu weiterer Leistungsentfaltung zu bringen und so zufrieden zu machen. Im Folgenden haben wir Ihnen wieder eine Checkliste zusammengestellt, die Ihnen einige Anregungen gibt. Vielleicht erfüllen Sie bereits einige dieser Punkte intuitiv. Andere können Sie vielleicht noch zusätzlich in Ihr Verhaltensrepertoire aufnehmen.

Checkliste: Was können Sie tun, um leistungsorientierte Mitarbeiter optimal zu motivieren?

Übertragen Sie ihr/ihm Aufgaben mit messbaren Ergebnissen.
Ermöglichen Sie ihr/ihm Erfolgserlebnisse.
Sprechen Sie Ihre Anerkennung (für ihre/seine Leistung) offen aus.
Bieten Sie ihr/ihm Herausforderungen an.
Bekunden Sie Ihr Interesse für ihre/seine geleistete Arbeit.
Übertragen Sie ihr/ihm fachliche Verantwortung.
Fördern Sie den positiven internen Wettbewerb unter diesen Mitarbeitern.
Übergeben Sie ihr/ihm strukturierte Projekte.
Lassen Sie ihr/ihm Freiraum bei der Aufgabenrealisierung.
Geben Sie klare Ziele vor oder vereinbaren Sie diese.
Haben Sie ein offenes Ohr für Ideen dieser Mitarbeiter.
Teilen Sie ihr/ihm neue und komplexe Aufgaben zu.
Geben Sie ihr/ihm zeitliche Begrenzungen vor.
Lassen Sie sie/ihn in Projekten arbeiten.

Worauf sollten Sie bei der Führung leistungsmotivierter Mitarbeiter achten?

Ziele. Das ist das allerwichtigste für Ihre leistungsmotivierten Mitarbeiter. Über Ziele definiert sich dieser Mitarbeitertyp. Denn Ziele haben eine strukturierende Wirkung und machen Erfolge messbar. Für Sie als Führungskraft ist es wichtig, dass Sie diesen Mitarbeitertyp immer wieder für die Zielerreichung loben und belohnen. Denn so können Sie ihn am besten motivieren und zufrieden stellen. Neben der Zielerreichung ist es diesem Mitarbeitertyp wichtig, sich mit anderen Kollegen zu vergleichen und in den Wettbewerb zu treten. So kann er am besten seine Leistungsmotivation frei entfalten. Dieser Mitarbeiter braucht eine klare Aufgabenstrukturierung. Nur so hat er das Gefühl, dass seine Arbeit wichtig ist und dass Sie ihn später an dem von ihm erbrachten Ergebnis messen können. Eines der wirksamsten Führungsinstrumente für diese Gruppe von Mitarbeitern ist daher das Projekt. Projekte machen Leistung erfassbar und messbar, sind in der Regel herausfordernd und bieten häufig ein nicht zu unterschätzendes Lernpotenzial. Im Laufe des Projekts kann der Mitarbeiter seine eigene Entwicklung bewerten und sich durch eigene Fortschritte motivieren.

Um Ihnen konzentriert aufzuzeigen, was Sie tun können, um leistungsorientierte Mitarbeiter zufrieden zu stellen, haben wir Ihnen die folgende Checkliste zusammengestellt.

Checkliste: Was Sie bei der Führung leistungsorientierter Mitarbeiter beachten sollten.

1.    Ziele vereinbaren
2.    Erfolge messbar machen
3.    Struktur geben und damit Vorhersehbarkeit erhöhen
4.    Planung, Organisation und Gliederung der Aufgaben in Teilschritte
5.    Vergleiche schaffen, Wettbewerbe ermöglichen
6.    Lob oder Belohnung für die Leistung und nicht für das persönliche Verhalten im Anschluss an
die Zielerreichung
7.    Herausforderungen schaffen
8.    Aufgaben mit Lernpotenzial
9.    Zeit, Instrumente und Methoden zur Aufgabenklärung
10.  Gut angelegtes Projekt als ideale Arbeitsform








Woran erkennen Sie, ob Ihre Mitarbeiter machtmotiviert sind?

Nun kommen wir zur dritten großen Gruppe der Antreiber von Menschen bei der Arbeit: der Machtmotivierung. Auch hier gehen wir wie bisher vor und werden Ihnen zunächst mit der folgenden Checkliste die Vorstellungen eines Mitarbeiters aufzeigen. Bitte holen Sie sich wieder einen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin aus Ihrem Team vor Augen, der oder die Ihnen dadurch aufgefallen ist, dass er sich gerne in den Vordergrund bringt und ein besonderes Interesse daran hat, eine Position einzunehmen, die mit einem gewissen Status verbunden ist oder auch schnell Entscheidungen in größeren Runden für sich, aber auch für andere treffen kann.

Checkliste: Ist Ihr Mitarbeiter machtmotiviert?

Beantworten Sie die Fragen hinsichtlich seines Verhaltens mit ja oder nein.

Sie/Er legt Wert auf einen guten Ruf.       
Sie/Er übernimmt bereitwillig Verantwortung.       
Sie/Er ist pflichtbewusst.       
Sie/Er regt Veränderungen an.       
Sie/Er gestaltet gerne.       
Sie/Er genießt Freiraum.       
Sie/Er benötigt Statussymbole.       
Sie/Er ist nutzenorientiert.       
Sie/Er legt Wert auf die eigene Meinung.       
Sie/Er bringt sich oft und gerne ein.       
Sie/Er versucht, andere zu überzeugen.       
Sie/Er beweist Durchhaltevermögen.       
Sie/Er ist beständig.       
Sie/Er braucht Perspektiven.       
Sie/Er sucht sich einen eigenen Weg.       
Sie/Er will nach vorne.

Der größte Antreiber für diesen Mitarbeitertyp ist es, ein Mitsprache- und Entscheidungsrecht zu erhalten. Die machtmotivierte Grundorientierung können Sie sich mit dem folgenden Satz gut zusammenfassen und merken:

Das Motto der Machtmotivierten

“Es ist nicht so wichtig, was wir hier wie tun. Hauptsache, ich habe wesentlichen Einfluss auf die Regeln.“

Was können Sie tun, um machtorientierte Mitarbeiter zu motivieren?

Wie Sie es bereits durchgeführt haben, sollten Sie sich auch hier das beschriebene Verhalten und Motto Ihrer machtmotivierten Mitarbeiter vor Augen führen und sich eine konkrete To-Do-Liste erstellen, anhand derer Sie diesen Mitarbeitertyp motivieren können.

Checkliste: Was können Sie tun, um machtmotivierte Mitarbeiter optimal zu motivieren?

1.    Bieten Sie ihr/ihm die Möglichkeit, in der Öffentlichkeit zu stehen.
2.    Übertragen Sie ihr/ihm Aufgaben mit erkennbarem Nutzen für ihn selbst.
3.    Übertragen Sie ihr/ihm Stellvertretungen.
4.    Stellen Sie ihr/ihm selbst zu verantwortende Ressourcen zur Aufgabenerfüllung bereit.
5.    Übertragen Sie ihr/ihm Entscheidungsfreiheit.
6.    Übertragen Sie ihr/ihm Steuerungs- und Controllingaufgaben.
7.    Delegieren Sie selbständig zu übernehmende Aufgabenpakete.
8.    Zeigen Sie Vertrauen in die vorhandenen Fähigkeiten.
9.    Steuern Sie sie/ihn weniger.
10.  Übertragen Sie ihr/ihm die Verantwortung für Ergebnisse.

Worauf sollten Sie bei der Führung machtmotivierter Mitarbeiter Ihren Fokus setzen?

Bei der Führung dieser Mitarbeitertypen ist es wichtig, dass Sie ihnen viel Verantwortung übertragen. Diese Verantwortung kann sich dabei auf einzelne Aufgaben beziehen oder aber auch umfassendere Tätigkeitsbereiche. Geben Sie Ihrem Mitarbeiter das Gefühl, dass er Einfluss  hat, sprich, Entscheidungen treffen kann und bei wichtigen Fragen mit einbezogen wird. Sie dürfen diesem Mitarbeiter nicht das Gefühl geben, dass er übergangen wird oder gar ausgeschlossen wird bei sachlichen Entscheidungen. Sie können ihn ruhig in die Pflicht nehmen und an den Resultaten seines Handelns messen. Ihr macht-motivierter Mitarbeiter legt viel Wert auf Status und Prestige. Diese treiben ihn in seinem Verhalten an. Um Status und Prestige zu erreichen, muss er sich von der Masse absetzen können und durch einzelne Merkmale hervorstechen können. Helfen Sie Ihrem Mitarbeiter dabei. Motivieren Sie ihn beispielsweise durch sichtbare Statusmerkmale wie etwa einen Firmenwagen oder ein neues Handy. Natürlich sollten Sie darauf achten, hier klare Grenzen zu setzen und andere Mitarbeiter nicht zu vernachlässigen. Aber nicht nur die Vernachlässigung anderer Mitarbeiter könnte ein Problem werden, auch das ungebändigte Machtmotiv Ihres Mitarbeiters könnte auch vor Ihnen keinen Halt machen. So könnte Ihr Mitarbeiter auch ab und an danach streben, Ihre Position zu übernehmen. Sie sollten also immer darauf achten, dass Sie Ihrem machtmotivierten Mitarbeiter in Ihrer Funktion einen Nutzen bieten und ein Vorbild sind. Zeigen Sie ihm, dass er noch viel von Ihnen lernen kann und gerade durch Sie erst viele Entscheidungen treffen kann, da er Ihren Rückhalt hat. Ein weiterer Aspekt neben Status und Prestige ist, dem Mitarbeiter genügend Freiräume und Perspektiven zu schaffen. In diesen Freiräumen soll der Mitarbeiter sich ausprobieren und selbst gestalten dürfen. Diese Freiräume können Sie am besten gemeinsam mit Ihrem Mitarbeiter festlegen. Fragen Sie ihn, wie er sich seine Entwicklung vorstellt und was er sich wünscht.
Um Ihnen die wesentlichen Punkte für die Führung eines machtmotivierten Mitarbeiters noch einmal aufzuzeigen, haben wir Ihnen die folgende Checkliste zusammengestellt. Gehen Sie dabei die einzelnen Punkte durch und fragen sich hierbei, welche Sie eventuell sogar schon erfüllen.

Checkliste: Was Sie bei der Führung machtorientierter Mitarbeiter beachten sollten

1.    Verantwortung übergeben
2.    In Führungsaufgaben einbeziehen
3.    In die Pflicht nehmen
4.    An den Resultaten ihres Handelns messen
5.    Für Status und Prestige sorgen, aus der Masse herausheben
6.    Grenzen aufzeigen
7.    Nutzen bieten
8.    Freiraum geben
9.    Perspektiven geben
10.  Gestalten lassen


Wir hoffen, Ihnen anhand der dargestellten Checklisten und Erläuterungen eine Hilfestellungen geboten zu haben, wie Sie Ihre unterschiedlich motivierten Mitarbeiter motivieren und führen können. Vielleicht fragen Sie sich aber jetzt, ob denn über diese drei genannten grundlegenden Motive nicht auch noch aktuelle und Lebensphasen-bezogene Bedürfnisse den Mitarbeiter in seinem Denken und Handelnd beeinflussen können. Diese Themen behandeln wir in weiteren Publikationen der grow.up Managementberatung wie Erfolgreiche Führung durch Delegation, durch Kommunikation, durch Selbstführung und natürlich durch die richtige Personalauswahl und -entwicklung. 


In Kürze erscheint ein neues Buch der grow.up.-Reihe „Führungswissen punktgenau“: „Erfolgreiche Führung mit dem Vierfarben-Modell“.
Hier geht es zur Infoseite des Master of Business Administration (MBA)


Michael Lorenz, Dr. Saskia Lucht, Autoren
grow.up. Managementberatung GmbH, Quellengrund 4, 51647 Gummersbach
lorenz@grow-up.de, Tel.: 02354/70890-0, www.grow-up.de, www.facebook.de/grow.up.managementberatung

ISBN-13: 978-1517749477
ISBN-10: 1517749476

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