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„Wer nicht flexibel ist, ist nicht mehr wettbewerbsfähig“

Gespräch mit Michael Lorenz, Steinbeis-SMI-Dozent und Inhaber der Managementberatung grow.up

Gesellschaftlicher Wandel macht sich auch in Ausbildung und Beruf bemerkbar. Werthaltungen ändern mit der Zeit. Aber Managementprofis wissen damit umzugehen – eine Einschätzung des Steinbeis-SMI-Dozenten Michael Lorenz. (gsp)

Generation X, Y, Z – Menschen, die ganz verschieden aufgewachsen und erzogen worden sind, treffen in Arbeitsmarkt und Weiterbildung aufeinander. Mal als Angestellter, mal als Chef. Funktioniert das? Michael Lorenz, Dozent für Leadership und Organisation an der Steinbeis School of Management and Innovation (Steinbeis-SMI) der Steinbeis-Hochschule Berlin, ist das Konfliktpotenzial bewusst: „Es ist wichtig, dass sich Generationen aneinander reiben. Erst wenn man Dinge blöd findet, hat man einen Grund, es anders zu machen.“

Gut gemeinter Schutz bringt nichts

Da sitzt die Generation X, geboren von 1965 bis Anfang der 1980er Jahre, oft in Führungspositionen.  Sie gelten als ehrgeizig und sind schon Jahrzehnte im Geschäft. Auch an der SMI stellen sie viele Dozenten. Lorenz ist durchaus dafür, dass sie ihre ambitiösen Maßstäbe ebenso bei den Jüngeren anlegen, es bringe nichts, sie vor den Leistungsanforderungen des Arbeitsmarkts zu schützen. „Praktika sind noch eine abgefederte Situation“, sagt er, „man muss als Angestellter aber auch Vorgesetzte und Pitch-Situationen aushalten können, ohne zusammenzubrechen.“
Die Generation Y beginnt um 1984 bis circa 2000. Das Y (why = warum?) tragen sie nicht ohne Grund, denn sie hinterfragen und suchen Sinnhaftigkeit und Nachhaltigkeit. Ein Unternehmen muss für sie flexibel sein – sonst gründen sie es halt selbst. „Wer keine flexiblen Arbeitszeiten anbietet, ist nicht mehr wettbewerbsfähig“, bestätigt Lorenz, der seit 2001 seine eigene Managementberatung grow.up führt. „Homeoffice-Möglichkeiten sind heute Bedingung. Es bedeutet aber auch, dass immer mehr Branchen nicht mehr fest anstellen. Denn interne Führungs- und Motivationsprozesse sind aufwändig – da ist man leichter bereit, bestimmte Themen outzusourcen.“

Veränderungen sind nicht schlimm

Generation Z, die Jahrgänge bis ungefähr 2015, sind die Digital Natives. Schon als Kleinkinder haben sie mit Smartphones und Tablets gespielt. Ihnen wird nachgesagt, dass sie wieder stärker Karriere machen wollen, sie streben mit einem hohen Selbstbewusstsein nach Anerkennung. Für Lorenz eine logische Konsequenz, denn auf konservativere Kohorten folgen gerne wieder liberalere und umgekehrt.
„Entscheidend ist, die Veränderungen nicht zu bewerten und als schlimm zu empfinden – sondern sich auf neue Beschäftigungsverhältnisse einzustellen: Es werden andere Werdegänge auftauchen, die stärker von Wechseln geprägt sind, aber an qualifizierten Positionen wird es keinen Mangel geben.“ Das darf man auch als Statement des Experten für die MBA-Ausbildung und das berufsbegleitende Studium an der Steinbeis-SMI lesen. „Algorithmisierbare Jobs werden schneller verschwinden als wir denken“, so sein Resümee, „doch wer mit Menschen umzugehen weiß, wird immer zu tun haben.“       Gabriele Spiller

Zur Autorin:
Die Journalistin Gabriele Spiller hat in der Class of 2000 den Steinbeis-SMI-MedienMBA gemacht und trifft im Interview auf Dozenten, die sie schon damals gut betreuten.

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