Gerrit Grunert: Gutes Content Marketing schaut auf die Bedürfnisse des Gegenübers

Wer sich heute mit Marketing beschäftigt, kommt am Thema Content Marketing nicht vorbei. Auch bei der Steinbeis Hochschule. Dabei bietet die Steinbeis School of Management and Innovation für ihre Studiengänge erfahrene und erfolgreiche Praktiker auf - wie Gerrit Grunert, den Gründer und Geschäftsführer von Crispy Content. 

„Content Marketing ist eine Marketing-Disziplin, bei der mittels Content zwischen Angebot und Nachfrage vermittelt wird. Der Content ist die Währung, mit der der Anbieter bei der Zielgruppe für ihr Interesse und ihre Daten bezahlt“, erklärt er.  Das Marketing repräsentiere dabei den vertrieblichen Charakter der Kommunikation".

“Content Marketing ist eine unscharfe Klammer für verschiedene Marketing-Disziplinen“

Gerrit Grunert referiert in seinem Steinbeis-Seminar über Talent Excellence und Recruitment in der digitalen Wirtschaft. Da Content Marketing eine recht junge, und trotz der großen Nachfrage eine unscharfe Klammer für verschiedene Marketing-Disziplinen ist, hat er einen eigenes Curriculum entwickelt, das seine Mitarbeiter durchlaufen müssen. Es gliedert sich in Einzeldisziplinen wie Suchmaschinen-Marketing, Kommunikation im Netz, Vertrieb, Forschung und mehr. „Am Ende steht eine Zertifizierung, die belegt, dass jeder Mitarbeiter im Umgang mit dem Kunden im Content Marketing bestehen kann.“ So dürfen die Teilnehmer im Rahmen des Steinbeis-Seminars hinter die Kulissen der erfolgreichsten Content Marketing-Agentur Deutschlands schauen, denn der CEO verspricht „Insights in unsere Systeme“.
Dabei hat sich der 41-jährige Berliner sein Fachwissen selbst auf verschiedensten Gebieten angeeignet. Er ist Diplom-Sozialwissenschaftler, hat in Nachrichtenagenturen, in der Marktforschung und bei MTV gearbeitet und ab 2010 ein Unternehmen aufgebaut, das im Mai 2017 in die Serviceplan-Gruppe überging. Sein Start-up war eine „Null-Euro-Gründung am Schreibtisch, ohne Investorengelder“, wie er nicht ohne Stolz erzählt. Ein Händchen für Talentführung darf er also durchaus für sich in Anspruch nehmen.

„Auch alte Hasen sollten sich noch auf die digitale Welt einlassen“

Solche Talente findet er immer wieder unter den Studierenden der Steinbeis SMI, gibt er zu. „Aber manche sind einfach zu teuer für uns“, lacht er. Sie würden schon in Großkonzernen wie IBM oder Amazon entsprechend gefördert. Es sei bereits vorgekommen, dass Teilnehmer aus Madrid eingeflogen kamen, erzählt Grunert. Respekt hat er aber auch für die Beteiligten, die das Studium aus eigener Tasche finanzieren und damit ihre hohe Motivation bekunden.
Selbst wenn ein Großteil der Workforce in der digitalen Welt aus jüngeren Menschen besteht, empfiehlt Grunert „alten Hasen“, sich auf digitales Marketing einzulassen. „Im B2B-Bereich werden Entscheidungen von Älteren getroffen, da ist es hilfreich, wenn man auf Augenhöhe kommunizieren kann.“ Eine Stärke von Content Marketing sieht er dabei, dass es dem Gegenüber im Idealfall ein Problem löst: „Werbung kommt und sagt, ‚schau mich an‘. Kommunikation besteht aber immer aus zwei Seiten; und wenn ich etwas von meinem Gegenüber haben möchte, sollte ich auf seine Bedürfnisse schauen, nicht auf meine.“

Die Autorin Gabriele Spiller ist Medien-MBA-Alumna der Steinbeis-SMI und Journalistin. Im SMI-Blog stellt sie die Steinbeis School of Management and Innovation, ihre Dozenten und Studierenden vor.

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